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Neue Zürcher Zeitung (CH): Von Zürich nach Berlin und zurück

Neue Zürcher Zeitung (CH): Von Zürich nach Berlin und zurück

Von Daniel Imwinkelried

31 Oktober 2017

Die Online-Reisefirma Get Your Guide, ein ETH-Spin-off, hat die Limmatstadt als Firmenstandort für sich wiederentdeckt.

Als Johannes Reck, Chef des Internet-Unternehmens Get Your Guide, in diesem Frühjahr Büroflächen in Zürich suchte, war er überrascht, wie rasch er fündig wurde. In Berlin hätte er dafür, so sagt er, viel mehr Zeit aufwenden müssen. Vor einigen Jahren sei es allerdings gerade umgekehrt gewesen: Büros waren in Zürich noch verhältnismässig knapp, während sie in Berlin im Übermass zur Verfügung standen. Die deutsche Hauptstadt wurde so zu einem Brennpunkt der noch jungen Internetwirtschaft – auch weil die Preise generell vergleichsweise niedrig waren.

Das war ein Grund, warum das Unternehmen Get Your Guide, das eine Buchungsplattform für Ferienaktivitäten unterhält, 2012 mehr oder weniger die ganze Firmenorganisation und die Zentrale nach Berlin zügelte. Get Your Guide war zwar als ein Spin-off der ETH Zürich gegründet worden, für die erste Expansionsphase erwiesen sich die Rahmenbedingungen in der grössten Schweizer Stadt aber als zu einengend. Nicht nur Büros waren damals schwieriger zu finden als heute. Auch der Franken war stark, was die Präsenz in Zürich verteuerte, und um die knappen Software-Ingenieure lieferten sich die Unternehmen einen harten Wettstreit. In Zürich waren zeitweise bloss noch eine Handvoll Angestellte für Get Your Guide tätig, in Berlin wuchs das Unternehmen hingegen fast ungebremst.

Google befruchtet

Jüngst hat sich an den Verhältnissen aber einiges verändert: Zürich hat im Vergleich mit Berlin wieder an Attraktivität gewonnen, zumal sich die Rahmenbedingungen in der deutschen Hauptstadt verschlechtert haben. Die Mieten für Büros und Wohnungen sind gestiegen, die Fachkräfte knapp geworden. «Rund 80% der IT-Experten muss Get Your Guide mittlerweile ausserhalb Deutschlands rekrutieren», sagt Reck. Die Löhne von hochspezialisierten Softwareingenieure hätten sich in Berlin dem Niveau von Zürich angenähert. In Deutschland seien sie dabei stark gestiegen, in der Schweiz eher gesunken, seitdem die Banken ihre IT teilweise nach Indien und Polen verlagert haben.

«Zürich ist heute der reifere IT-Standort als Berlin», sagt Renk. Das hängt sicher mit der ETH zusammen, die sich in den Bereichen Informatik, Informationstechnologie oder Data Science einen guten Ruf erkämpft hat und in diesen Studiengängen steigende Studentenzahlen aufweist. Der Hochschule gelingt es, talentierte Wissenschafter aus der ganzen Welt anzuziehen.

Befruchtend wirkte auch die Präsenz von Google, beschäftigt der Suchmaschinenanbieter doch in Zürich mittlerweile über 2000 Leute. Für Startups ist das zwar ein gewisses Problem, weil ihnen das amerikanische Unternehmen Spezialisten wegschnappt. Etablierte IT-Firmen sind dagegen durchaus in der Lage, auf dem Arbeitsmarkt gegenüber dem Giganten zu bestehen. Google pflegt im Umgang mit den Angestellten einen ausgesprochenen Korpsgeist, was gewisse IT-Spezialisten als zu sektiererisch empfinden. Diese Experten haben bei mittelgrossen Firmen auch bessere Chancen, etwas zu bewirken, als bei Google. Dort sind sie in die Organisation eines Weltkonzerns eingespannt.

Von diesen Umständen will auch Get Your Guide profitieren. Wie man finanziell dasteht, gibt die Firmenführung zwar nicht bekannt. Innerhalb des noch jungen IT-Universums darf der ETH-Spin-off aber durchaus als Unternehmen mit einem gewissen Reifegrad zählen. Immerhin beschäftigt es mittlerweile rund 450 Mitarbeiter, und zu seinen Geldgebern zählen bekannte Private-Equity-Firmen, darunter KKR (Kohlberg, Kravis, Roberts). Angeblich hat Get Your Guide seit der Gründung 2008 rund 10 Mio. Karten für Sehenswürdigkeiten und Ausflüge verkauft, davon fast die Hälfte in diesem Jahr. In dieser Hinsicht scheint die Gesellschaft rasch zu wachsen. Aber erst wenn Get Your Guide an ein anderes Unternehmen verkauft wird oder der Verwaltungsrat die Aktien an einer Börse kotieren lässt, werden die Investoren wissen, ob sich ihr finanzieller Einsatz gelohnt hat.

Personalisierte Angebote

Derweil feilen die Software-Ingenieure weiterhin an der Plattform des Unternehmens. Wie andere Online-Reisedienstleister verfolgt Get Your Guide das Ziel, den Nutzern möglichst personalisierte Angebote zu offerieren. Wer beispielsweise zum ersten Mal mit der Familie nach Paris reist, soll andere Ausflugsangebote erhalten als jemand, der dort den Junggesellenabschied feiert. Gleichzeitig gilt es, für das anvisierte Wachstum die Skalierbarkeit der IT-Plattform zu erhöhen.

Für all diese Aufgaben werden hauptsächlich die Ingenieure in Zürich zuständig sein. «Das Herzstück der Plattform wird hier weiterentwickelt», sagt Reck. Dafür wird der Personalbestand unter der Leitung eines ehemaligen Spotify-Managers in den nächsten zwei Jahren von derzeit 20 Ingenieuren auf 60 erhöht. Platz habe es in den Büros, die günstig zwischen dem Hauptbahnhof und der ETH liegen, genug, sagt Firmenchef Reck.

To read the original on NZZ Online, go here: https://www.nzz.ch/wirtschaft/von-zuerich-nach-berlin-und-zurueck-ld.1325111

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